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“Angst klopfte an die Tür, Vertrauen öffnete und Liebe kam herein.”

Chinesische Wesheit

Angststörungen und Panikattacken

Ängste gehören eigentlich zum Menschsein dazu. Angst hilft uns, uns nicht in Situationen zu begeben, die wir nicht bewältigen können. Wagemut wäre das Gegenteil dazu, wo sich jemand kopflos in etwas hineinbegibt, das “zu” gefährlich ist. Dieses “zu”  ist natürlich nicht objektiv festzulegen, sondern hängt von individuellen Faktoren ab. Ein Kind sollte nicht mit dem Fahrrad auf der Straße fahren, ein erwachsener Mensch mit ausreichender Fahrerfahrung kann das durchaus “wagen”.

Schwierig wird es, wenn das “etwas wagen” erheblich weniger ist, als das, was ein Mensch sich eigentlich zutrauen könnte. Die Angst übernimmt die Macht im Leben.

Solche Ängste können sich in vielen Bereichen zeigen:

als spezifische Phobie vor etwas konkretem, wie z.B. vor Tieren (wie Spinnen oder Mäusen), Naturgewalten (Gewitter oder tiefes Wasser) oder vor etwas, was gefährlich sein könnte (z.B. Höhen, Enge in Fahrstühlen, Spritzen beim Arzt oder Fliegen in Flugzeugen),

als soziale Phobie, bei der man Angst hat, im Mittelpunkt zu stehen und befürchtet, sich peinlich zu verhalten,

als Agoraphobie mit Befürchtungen, das Haus zu verlassen, sich in Menschenmengen hineinzubegeben oder allein mit Bus oder Bahn zu fahren,

als Panikstörung, die unerwartet und ohne erkennbaren Auslöser mit starker Angst und massivem körperlichem Erleben wie Herzrasen, Engegefühl in der Brust, Zittern, Erstickungsbefürchtungen sowie Angst zu sterben verbunden ist und

als generalisierte Angststörung, bei der die Angst zwar diffus, aber ein ständiger Begleiter ist. Diese Ängste drehen sich z.B. darum, dass man selbst oder nahe Angehörige sterben könnten, um Existenzängste oder sogar darum, dass einen die ständigen Ängste krank machen könnten.

Typisch bei allen Angstformen ist das Vermeiden der angstauslösenden Situationen. Bei spezifischen Phobien funktioniert das z.T. noch, bei allen anderen Angstformen geht das aber kaum oder nur sehr schwer. Das Leben wird immer enger und das Selbstwertgefühl sinkt immer mehr. Depressive Zustände können sich zusätzlich zeigen.

Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Zum Teil bilden sich Ängste durch spezielle Erlebnisse in der Kindheit wie Hundebisse oder ins tiefe Wasser geworfen worden sein, zum Teil sind die Hintergründe aber schwieriger zu entdecken. Da kann ein unverarbeiteter Verlust eines geliebten Menschen ursächlich sein, ein Trauma, dessen Erinnerungen man versucht, zu umgehen oder Bezugspersonen, die einem nie etwas zugetraut haben.

Um Ängste loszuwerden braucht man das Gefühl von Sicherheit. An der Hand von Vater oder Mutter traut sich das Kind viel mehr zu. So ist es bei uns Erwachsenen auch. Der Unterschied ist nur der, dass wir diesen “vertrauenswürdigen Anteil” in uns selbst finden müssen und dürfen. Das kann in der Therapie z.B. durch die "Arbeit mit Inneren Anteilen" geschehen oder in Hypnose mit dem Auffinden des "sicheren Ortes" und "Inneren Helfern". Wenn sich der Klient in sich selbst sicherer fühlt, kann er es wagen, sich mit der angstauslösenden Situation in Hypnose zu konfrontieren, diese z.B. mit Hilfe der "Inneren Helfer" zu lösen und neue Kraft zu spüren.