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“Es kommt nicht darauf an, dass Freunde zusammenkommen, sondern, dass sie übereinstimmen.”

Johann Wolfgang von Goethe

Was ist die "Arbeit mit Inneren Anteilen"?

Wenn Sie genauer über sich nachdenken, werden Sie feststellen, dass Sie sich häufiger unterschiedlich verhalten, anderen und auch sich selbst gegenüber. Manchmal fühlen Sie sich vielleicht von einer Kritik verletzt, manchmal sind Sie wütend auf sich selbst, manchmal treiben Sie sich selbst an und manchmal sind Sie auch stolz auf etwas, das Sie getan haben. Das alles gehört zu Ihrer Person, aber oft genug verwirrt es auch, so viele unterschiedliche Gefühle, häufig sogar zur gleichen Zeit zu spüren.

Um besser mit diesen Gefühlen arbeiten zu können, bietet sich die Arbeit mit den "Inneren Anteilen" an. Hierbei kann man sich vorstellen, dass zu diesen Gefühlen sozusagen Personen gehören. Diese Anteile sind zu bestimmten Zeiten in unserem Leben entstanden. Da gibt es vielleicht einen sehr verletzten Teil, der sich gebildet hat, als man Schwieriges in der Herkunftsfamilie erlebte. Das ist das oder ein "verletztes Kind". Dann gibt es eventuell eine kritische Stimme in einem, die entstanden ist, weil das kleine Kind Bindung zu seinen Eltern brauchte, um psychisch überleben zu können. Wird beispielsweise ein “Du kannst das nicht!” als Meinung über sich selbst übernommen, ist zumindest in der gleichen Meinung Bindung hergestellt. Der "innere Kritiker" ist geboren und spricht auch oft in Du-Form. Dann gibt es auch das "heile Kind", das sich selbst spüren konnte und sich wohlfühlte, z.B. mit seinem Teddy, den motzigen "Teenager", der sich bildete, als Abgrenzung den Eltern gegenüber erreicht werden sollte, einen "erwachsenen, weiseren Anteil" von heute, usw.

Diese Anteile kann man nicht abschaffen oder wegtherapieren, sondern es geht darum, dass sich mit der Zeit eine Art "inneres Team" oder eine "innere Familie" bildet, die miteinander an einem Strang zieht. Bei schwerwiegenden Ereignissen in der Kindheit ist gerade das "verletzte Kind" oft verdrängt, weil man seine Schmerzen nicht mehr spüren möchte. Stellen Sie sich mal ein weinendes, ängstliches, einsames Kind vor, das in irgendeiner Ecke abgestellt wurde. Da geht es darum, dass wieder Kontakt zum "inneren Kind" aufgebaut werden kann, dass es beschützt und getröstet wird. Aber es geht auch darum, die anderen Anteile zu verstehen. Zum Beispiel: Warum hat sich der "Kritiker" gebildet und wie kann er sich heute anders verhalten?

Die "Arbeit mit Inneren Anteilen" kann leicht unübersichtlich werden, so dass ich hierbei gerne zu konkreten Methoden greife, wie Aufstellungen mit Gegenständen wie Steine und Muscheln, die Arbeit mit Stühlen, die für einzelne Anteile stehen oder manchmal auch Handpuppen, die individuell ausgesucht werden.